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Samstag, 17. März 2018

VW Polo Vormodell - Erste Fahreindrücke



Veränderungen zu unserem vorigen 9N – Ausstattung/ Laufruhiger und sparsamer


Siegen. 27. März 2018/ ergänzt 19. Mai 2018 (DiaPrw). Nach über zwölf Jahren VW Polo 9N, Erstzulassung Anfang 2005, kam nun ein neuer, wiederum 4/ 5-türiger  Polo ins Spiel: Erstzulassung März 2017, Vormodell des aktuellen Polo, beides Benziner. Unser neuer VW – 1,2 TSI BlueMotion – wird seit einem Kilometerstand von rund 7950 Kilometern gefahren. Wie das alte Modell soll auch das neue die Ausführung „Comfortline“ haben. Nach rund vier Monaten Fahr-Erfahrung nun die ersten Eindrücke, und schon einmal vorweg: Der „Neue“ ist wegen der anderen Motorisierung etwas spritziger, leiser und sparsamer.



Der weiße Polo 1,2 TSI links mit Winter-, jetzt mit Sommerädern. (Alle Fotos: (c) presseweller)

Mit 1,2-Liter-TSI-Motor

Hatte der alte Polo den 1,4-Liter-Motor mit 75 PS(55 kW) an Bord, ist der neue mit der 1,2-Liter-TSI-Maschine, 90 PS (66 kW) bei 4400 U - 5400 U, ausgerüstet. Das „T“ in TSI weist auf den Turbolader beim Benziner-Einspritzmotor hin. Dank mehr PS und mit Einsatz des Laders kommt der 1,2er besser in die Pötte als der 1,4er, auch wenn die Getriebeübersetzung bei den BlueMotion-Modellen leicht verändert ist. Bei Steigungen im höheren Gang fällt man so schnell auf nur 1200 bis 1300 Touren und guckt mit ein bisschen Gasfuß, dass der Turbolader einschaltet. Bleibt es zu untertourig, schalten wir auch hier zurück – ähnlich wie beim vorigen Polo.
Diese modernen Turbolader sind feinfühliger als die früheren. Bei den kraftvollen Eigen- und Testautos von vor über 20 Jahren setzten die Lader noch vehement im etwas höheren Drehzahlbereich, Stichwort Turboloch, ein, als bei den jetzigen Modellen ein. Sie brachten jede Menge Fahrspaß. Auf Strecke beschleunigt der Polo ab etwa 1400 Touren zügig, und er ist ein gutes Stückchen laufruhiger als der alte. Testmessungen zu Beschleunigung und Endgeschwindigkeit wurden noch nicht von uns vorgenommen. Angegeben ist eine Spitze von 184 km/h.
Der Polo punktet gegenüber unserem alten Modell aber tatsächlich im Verbrauch. Bei der Kombination aus vielem Ortsverkehr und wenigen Überlandfahrten lagen wir gerade bei 7,0 l/100 km. Bei einer überwiegenden Landstraßenfahrt meldete der Bordcomputer 5,1 Liter, bei einer gemischten Orts-, Autobahn- und Landstraßenfahrt 5,2 Liter. Inzwischen haben wir auch schon einmal 4,0 Liter/ 100 km geschafft. Gut! und in Ordnung, wenn auch die nach Norm/ EU-Vorgabe per Prüfstand ermittelten Werte anders sind.
Die Sache mit dem Normverbrauch ist aber nicht nur bei VW so, sondern stellt sich aus unseren Testerfahrungen meist so dar. Bei welchem Automodell auch immer, näherten wir nur sehr selten sehr dicht der Normangabe. Das ist verständlich, denn schließlich bildet der Prüfstand nicht das Alltags-Fahrverhalten ab. Das ist individuell, auch bei neuen Messverfahren mit dann authentischer, realerer Durchführung: Es können stets nur Anhalts- oder Vergleichswerte sein. Schließlich fährt jeder individuell und eben nicht "nach Norm". 


Draufsicht auf den Turbo-Direkteinspritzer-Motor im Polo.

Vieles in diesem Polo ist hinsichtlich Bedienelementen und Ausstattung ähnlich wie im vorigen. Daher fällt die Umstellung für den Fahrer leicht.

Ausstattung leicht verändert
Es gibt aber dennoch Veränderungen. So fehlen neben anderem Seitenschutzstreifen außen und die praktischen Ablageborde unter dem Armaturenbrett. Wegen der ausgeprägteren Kanten und Radkästen als bei unserem alten Fahrzeug ist die Breite bei engen Durchfahrten mit eingeklappten Spiegeln schwer einschätzbar und bleibt bis jetzt gewöhnungsbedürftig.

Nach wie vor gibt es die von uns ohnehin bevorzugte Schlüsselbedienung. Praktisch und gut funktionierend zeigen sich - im Vor-Auto nicht enthalten - Geschwindigkeitsregelanlage, Berganfahrhilfe und Stopp-Start-System für beispielsweise Ampel- oder Schranken-Halt. Im gut ablesbaren Bereich der Anzeigeelemente wird die Gangempfehlung eingeblendet. Sie ist weit gespreizt. Von unseren Testautos kennen wir weit früher ansprechende Gangempfehlungen. Für Rückschaltungen liegt sie hier teils schon im untertourigen Bereich von um die 1000 Umdrehungen.  Die Daten des Bordcomputers sind jederzeit durch einfachen Klick, seitlich am Scheibenwischer -Hebel, abrufbar.



Gute Übersicht und Sitzverhältnisse, apartes Interieur. 

Größenmäßig hat diese Poloausführung etwas zugelegt (Länge knapp vier, Breite gut 1,68 Meter). Die Platzverhältnisse gehen klassengemäß wie im vorherigen Wagen gut in Ordnung. Praktisch im Kofferraum ist die Zwischenabdeckung. Sofern man nicht mehr Platz braucht und sie nutzt, lassen sich Koffer, Getränkekisten und Co. einfacher ein- und ausladen und muss sie nicht mehr „aus der Tiefe des Raums“ holen. Insgesamt hält sich die Füllmenge des Laderaums im Klassen-Vergleich aber in Grenzen, ist für uns aber völlig ausreichend.    

Das Lederlenkrad liegt griffig in der Hand, die Fünfgang-Schaltung lässt sich bis auf den etwas hakenden Rückwärtsgang locker bedienen. Die Materialien sind haptisch passend, Bezüge und Ausstaffierung ansprechend. Die Heizung braucht nach dem Start einige Zeit, bis sie wärmt. Das kennen wir auch anders. Wenn sie aber richtig in Gang ist, wärmt sie gut. 

Nun hoffen wir, dass der Polo zuverlässig bleibt und nicht wieder wie bei dem vorigen bereits bei um die 65.000 Kilometern größere Motorprobleme auftreten. Siehe dazu auch Vorbericht und den demnächst erscheinenden Folgebericht wegen erneuter Fehlermeldung. Nach noch mehr Praxiserfahrung mit dem "Neuen" werden wir später nochmals detaillierter berichten. (jw)

Einige Technische Daten*

Länge, Breite, Höhe in Metern: 3,972 x 1,682 x 1,453
Laderaum in Liter: 280 (durch hier geteilt mögliches) Umklappen der Rücksitzlehnen erweiterbar.

Motor: Hubraum, Leistung, Drehmoment: 1197 ccm; 90 PS (66 kW)/ 4400 -5400 U; 160 Nm/ 1400 U - 3500 U
Fahrwerte: 0 - 100 km/h unter 11,0 Sek.; Spitze 184 km/h

Verbrauch/ CO2-Ausstoß, jeweils kombiniert: 4,7 l/ 4,6l/ 100 km; 107/ 105 g/ km
Unser Durchschnittsverbrauchswert bisher um die 7,0 l/ 100 km; Effizienzklasse B

*Bis auf "Unsere Verbrauchswerte" alle Daten laut Zulassungsbescheinigung, Angaben von Volkswagen und Bordbuch sowie zugänglichen Internet-Angaben.


Hinweis: Bis auf die angeführten technischen Daten sind alle Angaben individuell nach eigener Anschauung und ersten Fahrerfahrungen mit diesem Ende 2016 produzierten und Anfang 2017 erstmals zugelassenen Modell. Bis zum jetzt aktuellen neuesten Modell gab es in den Vorjahren verschiedene Änderungen. Irrtum immer vorbehalten. 
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Samstag, 26. September 2015

Sieht heiß aus: Seat Ibiza 1,0 EcoTSI FR


 


Sportlicher Look: Seat Ibiza Fünftürer FR. (Fotos: presseweller)


Auto-Praxistest: Der Fünftürer ging agil zur Sache


26. September 2015. (Dialog/ Prw). Der Nachbar sagt, „Der sieht ja hammermäßig sportlich aus!" Auch unser erster Eindruck war schlichtweg gut. Es geht um den neuen Seat Ibiza, der im August für den Fahrbericht vor der Haustüre stand. Angesagt war der Fünftürer 1,0 EcoTSI Start & Stop in der Version „FR“, die für den sportlichen Look und mehr steht. Wir treiben ihn über lange Autobahnrouten und kurvenreiche Bergstrecken und sind zufrieden. Mehr dazu steht unten.

Schon die - lange eingeführte - Modellbezeichnung Ibiza hat Klang. Bei den neuen Modellen setzt Seat unter anderem auf effizientere Motoren und neues Fahrwerk, und beides brachte uns Fahrspaß. Ebenfalls neu sind die verschiedenste Individualisierungsmöglichkeiten und mehr Konnektivität, die Vernetzung, zum Beispiel zu Smartphone, Bluetooth und Co. Die FR-Ausstattung glänzt optisch zum Beispiel mit roten Außenspiegeln, Stoßfängern im FR-Design, Leichtmetallfelgen mit Rotelementen und roten Gurten. Außerdem aber mit Sportfahrwerk, Sportsitzen mit gutem Seitenhalt, griffigem Lederlenkrad, Lederschaltknauf und vielem mehr: insgesamt ein sehr sportlicher Look. Dann kann's also auf die Piste gehen.
Im Innenraum geht es im gut 4,08 Meter und über 1,69 breiten Kompaktauto sowohl vom Interieur als auch vom Platz her ordentlich zu. Bei einer Testrunde mit vier Personen zeigten sich auch die Fondinsassen zufrieden. Wir fühlten uns selbst nach vielen Autobahnkilometern noch fit. Der Gepäckraum mit etwas hoher Ladekante fasst je nach Stellung der geteilt umlegbaren Rücksitze 292 bis 938 Liter. In Ordnung. Während man draußen den Dreizylindermotor deutlicher hört, zeigte sich der Ibiza innen als akustisch angenehm, auch bei flotter Fahrt.



Sportsitze vorn mit gutem Seitenhalt. 

Für die Sicherheit/ Müde?
Bereits in der Grundversion (Ibiza-Fünftürer laut derzeitiger Preisliste ab 12.690 Euro) sind wichtige Sicherheitseinrichtungen wie elektronische Stabilitätskontrolle (ESC) mit ABS, Antriebschlupfregelung und hydraulischem Bremsassistent sowie sechs Airbags und Isofix-System für die Kindersitzbefestigung hinten seitlich enthalten. Der Testwagen hatte zum Beispiel auch elektronische Differenzialsperre, Nebelscheinwerfer mit Abbiegefunktion und Ermüdungskennung an Bord sowie für den Komfort elektrische Fensterheber ringsum, Climatronic-Klimaanlage, Sitzheizung vorn, Geschwindigkeitsregelanlage, Einparkhilfe hinten und vieles mehr. Interessant die Ermüdungserkennung: Ein Pieps, dann eine Anzeige: „Wir haben erkannt, dass sie müde sind. Legen sie bitte eine Pause ein.“ Ja, dem sind wir auch mal bei einer Autobahntour gefolgt.



Schick, alles im Blick und Griff. Müdigkeitswarner meldet sich selbst.


Flott und verbrauchsgünstig
„Was hat der denn unter der Haube?“, fragte so mancher, angesichts des sportlichen Outfits des Kandidaten. „Nein, keine 200 PS“, die Antwort. Vielmehr besorgte im Testwagen ein moderner Dreizylinder-EcoTSI-Benziner -  ein Liter Hubraum, 110 PS und locker zu bedienende, knackige Sechsgangschaltung - den Antrieb. Äußerst agil das Motörchen, das bei Gastritt auch bei höheren Drehzahlen noch gut zu Potte geht und selbst hinter Kehren, angesichts des Hubraums kaum erwartet, wieder flott auf Tempo kommt. Das hohe Drehmoment von 200 Newtonmetern (Nm) macht's möglich. Im dritten Gang spurtete der kleine Spanier im Testschnitt in nur 5,4 Sekunden von 60 auf 100 km/h und im fünften in unter elf Sekunden von 80 auf 120 km/h. Mit 9,9 Sekunden verfehlten wir den Werkswert für den 0-auf-100-Sprint nur knapp. Die Spitze ist mit 197 km/h angegeben. So kann man durchaus sportlich unterwegs sein.
Das gilt auch fürs Fahrwerk. Mit einem Schalter ließ sich der Fronttriebler von – angenehm gefedert - Komfort auf die härtere Einstellung Sport umstellen, die wir für schnelle Autobahn- und Kurvenfahrten nutzten. Aber hallo, da gab es auch bei 190 km/h satte Straßenlage, Von unserem Teststandort hatten wir uns zig Passstraßen vor die Brust genommen. Ergebnis: Kurven und Kehren konnten wir astrein im Eiltempo abhaken. Ein Lob auch der Lenkung, die jederzeit Rückmeldung liefert.
Angesichts des Leistungsvermögens war der Verbrauch erfreulich, wobei wir auch vom einfach funktionierenden Start-Stop-System Gebrauch machten, wenn es sich anbot. Die Einspritzanlage holte sich b 4,9 Liter pro 100 Kilometer auf Landstraßen sowie im Gesamtschnitt um die sechs Liter, bei gemischter Fahrweise Ort, Autobahn, Land- und Bergstraßen sogar 5,2 Liter. Da muss man nicht meckern. So sagte es ein junger Gucker: „Das Teil sieht doch echt heiß aus!“ Ja, es fuhr sich auch klasse.
Fazit: Gut gelungen, der neue Ibiza. Man fühlt sich im Innenraum wohl. Der kleine Benzinmotor geht gut zur Sache und war nach unserem Verständnis sparsam. Der Test-FR liegt astrein auf der Straße und kommt im sportlichen Look daher. Für den Seat gibt es verschiedene Benzin- und Diesel-Motorisierungen, außerdem stehen mehrere Versionen zur Auswahl.  (Presseweller)

Einige Technische Daten*
Motor: 999 ccm, 110 PS (81 kW) bei 5000 – 5500 / U-min.; höchstes Drehmoment 200 Nm bei 2000 – 3500 U/min, 0 – 100 km/h 9,2 Sekunden, Spitze 197 km/h.
Verbrauch und CO2-Ausstoß kombiniert: 4,3 l/ 100 km; 99 g/ km, Effizienklasse B.
Maße in m: L x B x H 4,082 x 1,693 x 1,441

*Laut Hersteller/ Importeur für das FR-Modell


Hinweis: Alle Daten beziehen sich auf den Zeitraum des Tests. Zwischenzeitliche Änderungen sind hinsichtlich der Daten, des Stylings, der Ausstattung und evtl. angegebener Preise möglich. Die Testfahrzeuge werden uns von deutschen Herstellern oder Importeuren auf dem deutschen Markt zur Verfügung gestellt. Daher beziehen sich alle Angaben, Daten, Preise, soweit angegeben, auf den deutschen Markt. In anderen Ländern kann es andere Bezeichnungen, Ausstattungen, Spezifikationen und Preise geben. Irrtum bleibt in allen Fällen vorbehalten. Bei Interesse sollte man sich bei Händlern vor Ort oder in der Region informieren oder auf der Seat-Internetseite.

Für Redaktionen: Auf Wunsch senden wir Ihnen per Mail den Text mit einem Foto honorarfrei. Für weitere Fotos bitte anfragen. 

Zu Presseweller: Seit über 30 Jahren Veröffentlichungen von Autotests, vom Kleinstwagen bis zur ausgewachsenen Limousine, vom Sportwagen bis zum SUV. Jeden Monat "Auto-Notizen" zu Aktuellem sowie Herausgabe des Praxis-Autotest-Reports. http://www.presseweller.de