Freitag, 11. Januar 2013

Auto-Praxistest: Kia Cee'd Sportswagon


Der Cee'd Sportswagon macht eine gute Figur. (Foto: Dialog/jw)

Version 1,6 CRDi Spirit / Reichlich Platz 


Januar 2013. Siegen (Dialog). Kia hat 2012 wieder ein erfolgreiches Jahr mit Pluszahlen hinter sich, und der Cee’d ist in der Palette einer der erfolgreichsten, ein Mittelklasseauto, das sich richtig gut fahren lässt. Die Kombiversion heißt „Sportswagon“. Als 1,6 CRDi in der üppigsten Ausstattunsversion „Spirit“ sollte er im Praxistest zeigen, was er drauf hat. 

Kia-Tests sind für uns nicht neu. Die Entwicklung auf dem deutschen Markt haben wir einigermaßen miterlebt, und von den Anfängen weg hat sich einiges getan. Der Cee’d Sportswagon sieht attraktiv aus und gibt sich innen ganz wohnlich. Sein komfortables Ambiente wird durch die hohe Laufruhe unterstrichen. Das Testauto 1,6 CRDi EcoDynamics in der höchsten Version „Spirit“ glänzte mit kompletter Ausstattung, neben allem Üblichem wie elektrischen Fensterhebern und Co. auch mit der sehr angenehmen Lenkradheizung, Klimaautomatik, Sitzheizung vorn, Tempomat, Start-Stopp-Funktion, akustischer und bildlicher Einparkhilfe sowie elektrisch anklappbaren Außenspiegeln. Das Dieselaggregat hatte einen Zuheizer. Die Heizung sprach erfreulicherweise schnell an. Das war wichtig, weil das winterbereifte Auto mit  an den eiskalten und teils verschneiten Dezembertagen gefahren wurde.
Der Kia lässt sich einfach beladen, weil er so gut wie keine Ladekante hat. Gut gemacht. Klar, verschiedene Ablagen und Becherhalter sind auch an Bord. Der über 4,50 Meter und 1,78 breite Cee’d Sportswagon bietet den Insassen reichlich Platz, was auch für das Gepäckabteil gilt. Es hat nach VDA-Norm ein Volumen  zwischen 528 und 1624 Liter - auch fürs große Reisegepäck genug.  Selten, aber praktisch: Der Lenkradkraftaufwand konnte verstellt werden: mal ganz leicht zum Einparken, bis zu fester und direkt für die Strecke.
Bei der Ausstattung punkten die Sicherheitseinrichtungen, unter anderem mit sechs Airbags, elektronischem Stabilitätsprogramm mit Traktionskontrolle, Gegenlenkunterstützung, ABS und Berganfahrhilfe. Schon die Basisausstattung hat neben anderem Gepäckraumabdeckung und –trennnetz, Dachreling, in Höhe und Tiefe verstellbares Lenkrad, 12-Volt-Steckdose im Gepäckraum und vorn in der Konsole, Mittelarmlehne vorn mit Fach, asymmetrisch geteilte Rücksitzbank , elektrische Fensterheber vorn und elektrische Außenspiegeleinstellung, Bordcomputer und sogar ein CD-Radio.  Eine Klimaanlage gibt es allerdings erst ab der nächsten Version „Edition 7“. Es können auch Ausstattungspakete geordert werden. Der Listenpreis für die Basisversion des Sportwagon wurde im Dezember 2012 mit ab 15.690 Euro, für die Spiritversion ab 20.590 Euro angegeben.

Guter Durchzug: Turbodiesel

Für den Antrieb war beim Testkandidaten die 1,6-Liter-Turbo-Dieselmaschine mit 128 PS (94 kW) zuständig. Das Drehmoment von 260 Newtonmetern ist zwischen 1900 und 2750 Umdrehungen zur Stelle und sorgt für kräftigen Durchzug. Das Sechsganggetriebe lässt sich exakt schalten. Im Stadtverkehr ist eher der fünfte Gang ratsam, im sechsten kann man nur noch so gerade eben mitrollen. Die Durchzugsstärke zeigt sich bei Zwischenspurts: im Testmittel in nur  5,4 Sekunden im dritten Gang von 60 auf 100 km/h und in 10,4 von 80 auf 120 km/h im fünften. Ordentlich. Im 0-auf-100-Sprint konnten wir die Werksangabe, 11,2 Sekunden, locker bestätigen. Die Spitze ist mit 193 km/h angegeben. Auch durch Winterreifen, Kälte und Kurzstreckenfahrten bedingt, war der „Durst“ allerdings nicht zurückhaltend. Obwohl  auch mal um die 5,3 Liter pro 100 Kilometer reichten, lag der Durchschnittsverbrauch doch sehr deutlich über dem angegeben Kombiverbrauch von nur 4,4 Litern.
Straßen- und Kurvenlage zeigten sich astrein. Die Seitenneigung ist minimal. Die elektronischen Helfer sprechen rechtzeitig an, wenn es erforderlich ist. So waren hohe Kurvengeschwindigkeiten möglich. Selbst auf nasser Straße waren kaum Untersteuern und Lastwechselreaktionen bemerkbar. Der Cee’d vermittelte uns auf der Autobahn und auf unseren Kurventouren ein sehr sicheres Gefühl.
Fazit: Der Kia Cee’d Sportswagon 1,6 CRDi, Spirit, war ein angenehmer, laufruhiger  und sehr gut ausgestatteter Begleiter mit "Platz satt". Er bot ordentliche Fahrwerte und zeigte sich als standfest in Kurven. presseweller

Samstag, 29. Dezember 2012

Test: Chic und sparsam: BMW 116d



Mit langer Fronthaube und kurzen Überhängen sieht der BMW sportlich aus und bietet auch auf den Rücksitzen noch ordentliche Platzverhältnisse.  (Foto: presseweller)



Im Praxistest: der fünftürige „Efficient Dynamics“

 Dezember 2012. Siegen (Dialog). Mit seinem Styling, langer Motorhaube und kurzen Überhängen, versprüht die Silhouette des BMW 116 sportlichen Chic, der sich im Innenraum fortsetzt. Im Test stand die fünftürige Limousine „Efficient Dynamics“ mit Dieselmotorisierung. Schon vorweg: Der (gar nicht so) kleine Bayer ließ sich exakt pilotieren und zeigte sich sparsam im Fahrbetrieb.
Die Platzverhältnisse im Einser, gut 4,32 Meter lang und über 1,76 breit,  haben sich gegenüber dem Vorgängermodell verbessert, was vor allem auch den Hinterbänklern zugute kommt.   Wie von BMW gewohnt, gibt’s ein übersichtliches Cockpit, gute Bedienbarkeit und problemloses Handling.   Die Zulademöglichkeit von bis zu 530 Kilogramm ist ordentlich. Der gut zugängliche Laderaum schluckt nach Werksangaben und je nach Rücksitzstellung zwischen 360 und 1.200 Liter.  Weder Reisegepäck noch Großeinkauf sind damit ein Problem.
Die verschiedenen Ablagemöglichkeiten und Platzierungen der Becherhalter im Innenraum wurden nutzerfreundlich gelöst. Guten Seitenhalt gab’s im Testwagen in den elektrisch einstellbaren Sport-Vordersitzen. Sicherheit ist ein wichtiges Thema. Dazu tragen unter anderem je zwei Front- und vordere Seitenairbags sowie seitliche Kopfairbags für vorn und hinten bei, die Dynamische Stabilitätskontrolle (DSC), elektronisches Sperrdifferenzial, ABS und Bremsassistent.
Elektrische Fensterheber sind ebenso an Bord wie Zentralverriegelung mit Fernbedienung, ein CD-Radio, Klimaanlage, schlüsselloses Starten und Abschalten per Knopfdruck, Bordcomputer und vieles andere. Außerdem kann zwischen Eco-Pro- und Sportmodus gewählt werden. Es gibt verschiedene Ausstattungslinien. Der Testwagen  war sehr umfangreich bestückt, vom Multifunktionslenkrad über Tempomat und Spurverlassen-Warner bis zum Navi und Park-Distancesystem, inklusive Rückfahrkamera.  Über den Stick auf der Mittelkonsole können verschiedenste detaillierte Einstellungen vorgenommen werden.  Das Controller-System bietet dafür zahlreiche Funktionen, vom Aufruf der Bedienungsanleitung bis zur Anforderung von Pannenhilfe. Durchdachte Sache. Alles wirkt hochwertig und sauber verarbeitet: komfortables Ambiente. Dazu gehört auch die hohe Laufruhe. Die Radiolautstärke muss nicht ständig nachreguliert werden.

Exakt durch Kurven

Die Lenkung variiert je nach Tempo zwischen leichtgängig und sportlich-fest. So ließ sich der Hecktriebler präzise dirigieren und exakt fahren. Auf unseren anspruchsvollen Standard-Kurvenstrecken zeigte der Kandidat seine Standfestigkeit. Korrekturen waren so gut wie nicht notwendig, notfalls bereinigten die elektronischen Fahrwerkssysteme problemlos. Stabile Lage, die notierten wir auch bei  hohem Autobahntempo.
Im Testwagen arbeitete der moderne 1,6-Liter-Dieselmotor mit 116 PS (85 kW) in Verbindung mit der knackigen Sechsgang-Schaltung. Das höchste Drehmoment von 260 Newtonmeter liegt zwischen 1750 und 2500 Umdrehungen an. Die Maschine lässt sich nicht lange bitten, tritt man in diesem Bereich aufs Gaspedal. Im sechsten Gang kann man aber nur noch so gerade eben im Stadtverkehr mitrollen. Sicher, es gibt kräftigere Motoren, aber für den Normalgebrauch sind auch diese 116 PS ausreichend. Den 0-auf-100-Werkswert von 10,5 Sekunden verfehlten wir mit dem winterbereiften Kandidaten im Testmittel (11,4 Sekunden), die Spitze von 195 km/h erreichten wir knapp. In den Überholdistanzen von 60 auf 100 km/h im dritten Gang standen im Test 6,2 Sekunden an, für 80 auf 120 km/h im fünften 12,9 Sekunden, Werkswert 14,2 Sekunden. Bei „Efficient Dynamics“ gibt’s was Interessantes: Im Cockpit wird eingeblendet, wie viele Kilometer je nach Fahrweise verbrauchstechnisch  „gewonnen“ werden. Es gibt außerdem Schalthinweise, Start-Stopp-System sowie Energierückgewinnung beim Bremsen und der Gaswegnahme.  Im Testschnitt lagen wir mit Hochtempofahrten und Beschleunigungsmessungen bei für uns vertretbaren 5,4 Litern pro 100 Kilometern, der Norm-Kombiwert ist mit 3,8 Litern angegeben.
Fazit: Der 116d „EfficientDynamics“ zeigte sich geräumig, laufruhig und fahrtechnisch einwandfrei. Er punktete mit guter Verarbeitung und hochwertig anmutendem Interieur. Es gab so gut wie nichts zu bemängeln. Insgesamt muss man aber die zahlreichen Extras berücksichtigen, die zwar angenehm waren, aber beim Kauf auch preismäßig zu Buche schlagen. Der Verbrauch ging für uns in Ordnung.  Für den Einser stehen verschiedene Ausstattungslinien und Motorisierungen zur Auswahl. (presseweller)

*Testwerte für Beschleunigung usw. per Handstoppung
*Verbrauch nach dem Volltanksystem, auch kombiniert mit Bordcomputerdaten 

Dienstag, 11. Dezember 2012

Sicherere Winterfahrt




Zur sicheren Fahrt in der kalten Jahreszeit gehören Winterreifen. Außerdem müssen die Scheiben ringsum frei sein, damit gute Rundumsicht gewährleistet ist. (Foto/Montage: presseweller)


Freie Scheiben, M+S-Reifen, ausreichend Abstand


Dezember 2012. Siegen (Dialog). Die Landschaft sieht zwar schön in ihrem weißen Kleid aus. Für Autofahrer haben Schnee und Kälte jedoch ihre Tücken. Das geht so weit, dass mal ein schnell Dreher passieren oder man einem anderen rutschenden Auto nicht ausweichen kann. Absolute Sicherheit gibt es nicht, aber man kann zumindest für eine sicherere Winterfahrt sorgen.

Neben den Winterreifen, die bei unwirtlichen Straßenverhältnissen mit Kälte, Eis- und Schneeglätte obligatorisch sind und Experten nach noch mindestens vier Millimeter haben sollten, gehört zuerst freie Sicht dazu, und zwar ringsum!Ein Guckloch auf der Windschutzschaube freizukratzen, genügt keinesfalls. So zu fahren ist außerdem höchst gefährlich. Bei Schnee wird oft vergessen, auch Dach, Motorhaube und Kofferraumdeckel abzuräumen. Von der Motorhaube fliegt nach kurzer Zeit der Schnee in Teilen immer wieder auf die Windschutzscheibe, vom Dach rutscht er spätestens beim Bremsen nach vorn, so dass in beiden Fällen für einegewisse Zeit „Blindflug“ angesagt ist. Gefährlich. Der Schnee von Dach und Kofferraum wird auf das nachfolgende Fahrzeug geweht und beeinträchtigt somit diesen Fahrer. Übrigens: Wenn die Scheiben vereist sind, macht man es sich mit einem Enteiser einfacher. Optimal ist natürlich eine Standheizung. Zu den Reifen: Winterreifen – mit M+S-Kennzeichnung bzw. Schneeflockensymbol – bieten guten Grip, sind aber unterschiedlich. Automobilclubs und andere testen jedes Jahr die Reifen. Die Testberichte sind eine Orientierungshilfe beim Kauf. Möglich sind auch Ganzjahresreifen.

„Sanft“ fahren

Nach den grundsätzlichen Vorbereitungen kann es auf Fahrt gehen. Regel 1 ist, immer ausreichenden Sicherheitsabstand zu halten. Der Bremsweg ist auf glatter Straße länger. Gerade auch vor Ampeln und anderen Haltepunkten bildet sich außerdem oft eine vereiste Schicht, so dass man unversehens ins Rutschen kommt.
Insgesamt ist „sanftes“ Fahren angesagt, und zwar beim Anfahren, Beschleunigen, beim Lenken, in Kurven, beim Einkuppeln und auch beim Bremsen, sofern es keine Notsituation gibt. Ansonsten besteht immer Gefahr, dass das Auto ausbricht oder gar ins Drehen und Schleudern kommt. Sofern elektronische Helfer wie ein Stabilitätsprogramm an Bord sind, gibt es gewisse Unterstützung. Aber alle Systeme, einschließlich ABS, haben ihre physikalischen Grenzen.
Es ist im Winter immer ratsam, unter anderem eine Decke und Handschuhe an Bord zu haben. Der Tank sollte gut gefüllt sein, da bekanntermaßen stundenlange Staus immer wieder einmal vorkommen. Bei weiteren Strecken ist es auch sinnvoll, eine Thermoskanne mit beispielsweise Tee und Obst oder anderes zum Essen  dabei zu haben.

Samstag, 3. November 2012

Auto-Praxistest: Renault Kangoo




Sofern das Video nicht anläuft, bitte hier klicken: https://www.youtube.com/watch?v=nN0fUTc3SU8 oder Kennung markieren und in Browseradresse ziehen






Gibt sich im Innenraum ganz großzügig: der Renault Kangoo. (presseweller)

                     

Ein praktisches Familienauto / Version TomTom Edition dCi 90

3. November 2012. (Dialog). Er heißt Kangoo, hat viele Fenster, eine riesige Heckklappe mit dickem Laderaum dahinter und bietet auf allen Positionen reichlich Platz: Der Renault ist ein Hochdachkombi, in dem die Familie jede Menge Raum findet, aber auch der Handwerker oder Geschäftsmann, der am Wochenende das Auto vielleicht auch noch  für Ausflüge nutzen will. Wir nahmen die Ausführung dCi 90 „TomTom Edition“ unter die Lupe.

Ein bisschen Aufstieg zu den Plätzen, dann aber die große Übersicht und ein Innenraum, den wir nur als groß beschreiben können und den Insassen auf allen Plätzen ausreichend Bewegungsfreiheit gibt. Mit einer Länge und Breite von über 4,21 mal knapp 1,83 Meter – über alles mehr als 2,13 Meter - wurde der Innenraum gut optimiert, wobei die Höhe von über 1,80 Meter dem Großraumgefühl zusätzlichen Ausdruck verleiht. Nützlich kann im schwierigen Gelände auch die Bodenfreiheit von über 21 Zentimetern sein. Man sitzt ordentlich, sportlich geschalte Sitze vorne wurden erst gar nicht erwartet. Sie würden auch zum Gesamtensemble nicht passen. Ablagenmäßig hätten wir uns Becherhalter eher mittig zwischen den Vordersitzen erwartet. Aber nach kurzer Eingewöhnung passte auch die Türlösung. Gepäck oder Arbeitsutensilien sind keine Frage. Das hohe Ladeabteil fast nach Norm  zwischen 438 und 2080 Liter! Und auch die Zuladung mit 560 Kilogramm kann sich sehen lassen. Verschiedene Ablagen, im Testwagen auch noch oberhalb des Cockpits, sind nützlich.
Zur Ausstattung des Basismodells „Authentique“ gehört unter anderem neben den Front- und vorderen Seitenairbags und ABS auch das elektronische Stabilitätsprogramm (ESP). Das ist gut so. Elektrisch verstellbare Außenspiegel, Zentralverriegelung mit Fernbedienung und elektrische Fensterheber sind ebenfalls dabei. Praktisch, Schiebetür rechts. Radiovorrüstung ist ebenfalls Bestandteil.  Bei der Ausführung „TomTom-Edition“ gab es neben dem Navi, wie es der Name verrät,  auch Tempopilot, Klimaanlage,  Bordcomputer, CD-Radio, Dachreling und, sehr praktisch,  neben der rechten auch eine Schiebetüre auf der linken Seite.  So wird der Fahrgastraum sehr gut erreicht, und außerdem lernt man Schiebetüren angesichts immer noch vieler enger Parkplätze schnell zu schätzen. Der Renault ist zwar kein Flüsterer, aber die Akustik geht noch in Ordnung. Durch die erhöhte Sitzposition gibt’s eine gute Übersicht.

Liegt ruhig auf der Straße

Der 1,5-Liter-Dieselmotor leistet 90 PS (66 kW) und entwickelt ein Drehmoment von 200 Newtonmetern bei 1750 Touren. So kann man aus unteren Drehzahlbereichen auch im Stadtverkehr noch im fünften Gang mitrollen. Den angegebenen Beschleunigungswert von 16,0 Sekunden für den Sprint von 0 auf 100 km/h erreichten wir ebenso locker wie die Spitze von 160 km/h, im Testschnitt nach Stoppuhr 165 km/h. In Ordnung ging mit im Schnitt 7,1 Sekunden auch der Beschleunigungswert von 60 auf 100 km/h im dritten Gang. Verbrauchsmäßig gönnte sich der Testwagen 6,8 Liter pro 100 Kilometer, durchaus vertretbar angesichts des Mixes aus Höchsttempofahrten, Beschleunigungstests, Kurzstreckenverkehr und Landstraßen, wenn auch der Norm-Kombiwert mit 5,2 Litern angegeben ist.
Trotz des hohen Aufbaus lag der Kangoo auch bei flotten Autobahnfahrten ruhig und sicher auf der Straße. Kurven ließen sich in einer gewissen Flottheit ansteuern, wobei teils ein leichtes Untersteuern auftrat, was aber das Stabilitätsprogramm korrigierte. Ganz klar ist, dass dieser Renault auch nicht zum Rennen gedacht ist, sondern mit seinen praktischen Seiten punktet.
Fazit: Der Kangoo bietet viel Platz und war in der gefahrenen TomTom-Edition ordentlich ausgestattet. Der Renault kann sich für Familien ebenso anbieten wie für Handwerker, Außendienstler und Geschäftsleute, die das Fahrzeug direkt auch als Personenwagen nutzen wollen. (jw)   


Abdrucke in Printmedien nur gegen Beleg oder PDF! Alle Rechte auf Text und bildliche Darstellungen vorbehalten. 2012 presseweller


Samstag, 20. Oktober 2012

Grüner Pfeil, grüne Welle

Oktober 2012. Als hehre Maßnahmen haben schon so einige Städte Umweltzonen eingeführt. Was bringt's? Eventuell eine Verlagerung, weil man in Straßen außerhalb der Zonen fährt. Die Gesamt-Abgasbelastung, die letztlich wichtig ist, wird dadurch kaum sinken. Wenn das so sein sollte, wären so genannte Umweltzonen nur Augenwischerei. Es ist anzunehmen, dass die Automobilclubs am Thema bleiben werden. Für manche ist es auch eine Alternative, solche Städten oder Großzonen erst gar nicht mehr anzufahren, wenn man nicht unbedingt muss. Einkaufsmöglichkeiten nahezu aller Art gibt's  schließlich auch anderswo.
Ihre Hausaufgaben können Gemeinden/Städte zu mehreren Punkten machen:
*Wenn sie dafür sorgen, dass es tatsächlich eine grüne Welle gibt. Oft kommen nur die ersten zwei bis drei Autos mit den erlaubten 50 km/h durch, sonst müsste man schon 60 und mehr fahren, was aber schlicht verboten ist. Also anstehen - die meisten mit laufendem Motor.
*Autofahrer, die rechts abbiegen wollen, warten unnötig an roten Ampeln und blasen Abgase in die Luft, weil es zum Teil trotz völlig ausbleibenden Verkehrs wegen derer Ampel-Rot-Schaltung schlicht verboten ist, rechts abzubiegen, obwohl die Ampel für den geradeaus fahrenden Querverkehr  auch Rot zeigt. Für den normalen Autofahrer ist es kaum zu verstehen, warum man hier nichts rechts abbiegen kann, während die anderen von der Hauptstraße links abbiegen, wie in Siegen, und der Geradeausverkehr Ruhe hat. Aber dieses Dilemna gibt es außer in siegen in vielen Städten sowie auch an zahlreichen anderen Kreuzungen. Nein, man braucht dafür keine teure Ampelschaltung, die dann irgendwann für Rechtsabbieger von Rot auf Grün mit hinterlegtem Pfeil schaltet, man benötigt nur etwas ganz Einfaches, eine kleine Blechtafel mit einem grünen Pfeil. Das kostet wenig, macht den Verkehr flüssiger und reduziert die Stand-Abgase der Autos in den betroffenen Straßen. Es ist schon merkwürdig, warum das, gerade im Westen, so wenig genutzt wird.
* Bevor es Umweltzonen gibt und man über die von der Zentral-EU vorgegebenen Feinstaubbelastungen in Straßen nachdenkt, wäre es hilfreich, sich einfach mal umzusehen und kostengünstige Möglichkeiten vernünftiger Verkehrsregelungen zu nutzen. Das waren ja nur zwei Beispiele.  (presseweller)

Freitag, 12. Oktober 2012

Praxistest: Octavia Combi 1,8 TSI







Gut proportioniert, der Skoda Octavia Combi.  Es gibt 
reichlich Platz für Passagiere und Gepäck.  (Foto: presseweller)


Der Skoda ist fein motorisiert und bietet viel Platz


Oktober 2012. (Dialog). Bereits seit Jahrzehnten in unserem Testprogramm, ist es für uns keine Frage, dass sich sehen lassen kann, was Skoda seit Jahren in Sachen Automodellen abliefert: geräumige Fahrzeuge, die sich einfach gut fahren lassen. So ist es auch beim  Octavia Combi, mit dem wir in der Version 1,8 TSI Elegance auf verschiedenen Teststrecken unterwegs waren. Wir nahmen  längere Autobahnrouten und kurvenreiche Landstrassen unter die Räder.

Der Octavia Combi, zum Heck hin etwas gerundet, sonst im allgemeinen Kombi-Design, ist  rund 4,60 Meter lang, knapp 1,77 breit und um die 1,50 Meter hoch. Es geht vorne und auf der Rückbank platzmäßig sehr angenehm zu. Das gut zugängliche Ladeabteil kann sich mit nach Norm zwischen 580 und 1655 Litern Volumen mehr als sehen lassen.  Da wird die Familie keine Probleme mit dem Urlaubsgepäck haben. Der  Octavia punktet aber auch in Sachen Sicherheit. Zur Basisausstattung zählen Front-, vordere Seiten- und Kopfairbags, Antriebsschlupfregelung, ABS in Verbindung mit vier Scheibenbremsen und Bremsassistent sowie das elektronische Stabilitätsprogramm (ESC).
Es gibt die verschiedensten Ablagefächer, Flaschen- und Becherhalter und in der Grundversion unter anderem elektrisch einstell- und beheizbare Außenspiegel sowie höhenverstellbaren Fahrersitz, Zentralverriegelung mit Fernbedienung, Musiksystem mit CD-Spieler und Nebellampen. Wer eine umfangreiche Ausstattung will, muss eine andere Ausstattungslinie, ein „Paket“ oder Einzelextras wählen. Eine Rechenaufgabe.  Im Testwagen  gab’s neben vielem anderen auch Klimaautomatik, Sitzheizung vorn, Xenonlicht, einschließlich Abbiegelicht, Berganfahrassistent, Parksensoren hinten und Tempomat. Praktisch sind die geschlossenen Ablagefächer seitlich im gut Ladeabteil. Gute Idee. Erfreulich: Die Akustik ist in jeder Fahrsituation sehr zurückhaltend.

Lust auf Fahren

Bedienfreundliche Beschalterung, übersichtliche Armaturen  und das knackig schaltbare Sechsganggetriebe machten das Fahren zur Lust. Dafür zuständig ist das 1,8-Liter-Turbo-Triebwerk mit angenehmer Charakteristik. Die Benzinermaschine mit Direkteinspritzung leistet 160 PS (118 kW). Gut: Das  höchste Drehmoment von 250 Newtonmetern (Nm) ist zwischen 1500 und 4500 Umdrehungen abrufbar. Elastizität ist das Stichwort. Es gibt flotten Anzug aus unteren Drehzahbereichen. Im Testmittel war der Spurt von 60 auf 100 km/h im dritten Gang in 5,3 Sekunden abgehakt und von 80 auf 120 km/h im fünften Gang in nur 8,8. Beim 0-auf-100-Sprint lagen wir mit 8,6 Sekunden leicht über der Werksangabe von 7,9 Sekunden. Egal, das kommt alles sportlich rüber, ermöglicht aber auch, im sechsten Gang im Stadtverkehr mitzurollen. Auf der Bahn ging es locker in hohe Tempobereiche über 200 km/h,  angegebene Spitze 222 km/h.
Das Fahrwerk mit Mehrlenkerachse hinten, McPherson-Achse vorne, Stabis und Gasdruckdämpfern ist fest abgestimmt und macht flottes Fahren zum Klacks.  Die Straßenlage zeigte sich denn auch einwandfrei, und beim „Ritt“ durch unsere verschiedensten Testkurven war es problemlos, den Combi im Griff zu halten: Korrektureingriffe nicht notwendig -  ein sicheres Fahrgefühl.
Auf Einzeletappen konnten wir den Norm-Kombiverbauch, angegeben mit 6,9 Liter pro 100 Kilometer, erreichen, Test-Gesamtschnitt 7,6 Liter - angesichts der Leistung voll in Ordnung.
Rein preislich kann der Combi – ab unter 17.000 Euro in der Grundversion  – eine Option sein, wobei man allerdings für Extras, andere Modellvarianten und auch die gefahrene Version „Elegance“ mit der 1,8er-Maschine noch so einige Tausender draufpacken muss.
Fazit: Der Octavia Combi 1,8 TSI gab insgesamt eine gute Figur im Test ab. Er ist geräumig, bietet reichlich Laderaum und ermöglicht, flott unterwegs zu sein.    presseweller

*Eigenmessungen, 1. Beschleunigung/Tempo: Mittelwert verschiedener Messungen nach Tacho/Stoppuhr; 2. Verbrauch: nach Volltankmethode und Abgleich mit BC-Wert

* Werksangaben: 1. Leistung: 160 PS (118 kW); 2. Höchstgeschwindigkeit: 222 km/h; 3. Beschleunigung 0 - 100 km/h 7,9 Sekunden; Kombiverbrauch: 6,9 l / 100 km

Freitag, 7. September 2012

Voilà, gut gelungen: DS 5 im Praxistest









Sieht attraktiv und nicht alltäglich aus und fährt
sich gut: der DS 5 im Test. (Foto: presseweller)


Der Citroen, Version HDi 165, bietet viel Platz, ist chic und flott

7. September 2012. Siegen (Dialog). Wer vor vielleicht schon einmal vor etwa 50 Jahren den Platz und das komfortable Abrollen in einem Citroen DS genossen hat, wird umso gespannter auf die neuere DS-Reihe gewesen sein. Dahinter verbirgt sich eine Art Van mit viel Raum, guter Ausstattung und in einer Formgebung, die, wie damals,  nicht alltäglich ist. Bei unserer Testtour zeigte der Franzose, gefahren in der Version HDi 165, also mit Dieselantrieb, was er so drauf hat.

Der DS 5 zeigt sich in gerundeter, fließender Linienführung.  So mancher fragte: „Was ist das denn für ein großes, schickes Auto?“ Beim Blick in den Fahrgastraum gab’s Staunen: „Das sieht alles komfortabel aus“.  So fühlte es sich auf unseren Testtouren an. Man kann sich ausbreiten. Die Sitze sind ausladend und bequem. In der gefahrenen Version mit üppiger Lederpolsterung fühlten wir uns  wie im gut möblierten Wohnzimmer. Platz gibt’s vorne und hinten im 4,53 Meter langen und über 1,87 breiten DS genug. Dass in der kräftigen HDi-Version 165 unter der Motorhaube ein Diesel werkelt, bekommt man so gut wie nicht mit. Die hohe Laufruhe, einschließlich niedriger Außen- und Windgeräusche, garantierte zusätzlich angenehmes Gleiten. Das griffige Lenkrad ist unten abgeflacht: Vorteilhaft beim Einstieg.  Die  Formgebung bedingt, dass man beim Einsteigen - besonders hinten - den Kopf etwas einziehen muss. Es hat eben alles sein Für und Wider. Die Instrumentierung liegt klar im Blick, Staufächer und Becherhalter sind an Bord. Das Handschuhfach schien uns zu klein. Es gab Lenkradbedienung für die Radio-CD-Anlage und den Tempomaten sowie einen großen Monitor fürs Navi und die Rückfahrkamera.  Der Schalthebel liegt griffig auf Mittelkonsolenhöhe. Das Ladeabteil fasst nach Norm und je nach Sitzstellung zwischen 468 und 1288 Liter. Da gibt’s auch bei Familienreisen kein Problem.

Interessant: Die Ausstattungsvarianten heißen „Chic“, „Sochic“ wie beim Testwagen und „SportChic“. Das passt. Mal abgesehen vom Kandidaten, bei dem die Ausstattung, vom Fahrersitz mit Rückenmassagefunktion bis zum Navi reichte, kann sich auch die Basisversion schon sehen lassen. So sind beispielsweise an Bord: in Höhe und Reichweite verstellbares Lenkrad, Licht- und Wischer-Automatik, elektrische Parkbremse, Klimaautomatik mit Kühlfach in der Mittelarmlehne, CD-Radio und Tempomat. Der Testler hatte auch das – nicht zu öffnende und gegen Sonneneinfall elektrisch jalousierbare – Drei-Fenster-Glasdach. Gerade wenn man auf Bergstrecken unterwegs ist, bedeutet das für die Insassen einen richtig guten Aussichtsgewinn. Das Park-Assistenzsystem für vorn und hinten ist hilfreich, da der DS, auch durch die schmale Heckscheibe, schlicht nicht gut einsehbar ist.
Sicherheitsmäßig ist standardmäßig vieles an Bord, neben Front- und vorderen Seitenairbags auch  Kopfairbags für vorn und hinten seitlich, Antriebsschlupfregelung, Berganfahrassistent und elektronisches Stabilitätsproramm. Wenn zum Glück auch nicht gebraucht,  gab es auch noch Direktknöpfe für Notfall und Pannenservice.

Motorisierung passt

Das Triebwerk können wir als „erste Sahne“ beschreiben. Der Zweiliter-Diesel mit Partikelfilter  leistet 163 PS (120 kW) im niedrigen Drehzahlbereich von 3750 Touren und wuchtet bei 2000 Touren ein Drehmoment von 340 Newtonmeter an die Kurbelwelle. Bereits aus 1500 Touren heraus ließ sich der Citroen gut beschleunigen. Das weiß man nicht nur bei Überholvorgängen zu schätzen, sondern zahlte sich auch bei unseren Bergstraßentests aus: Schließlich will man nach der Kehre wieder zügig in die Pötte kommen. In Verbindung mit dem gut schaltbaren Sechsganggetriebe klappte das vorbildlich. Den 0-auf-100-Sprint erledigte der Kandidat im Testmittel in 10,3 Sekunden (Werksangabe 8,8), von 60 auf 100 km/h im dritten Gang waren’s gerade einmal 5,3 Sekunden, und von 80 auf 120 km/h im fünften 10,1 Sekunden. Schnell überspringt die Tachonadel 200 km/h. Die Spitze ist mit 215 km/h angegeben.
Beim fest abgestimmten Fahrwerk tritt kaum Seitenneigung auf. Der Fronttriebler vermittelte ein sicheres Gefühl. Kurven und enge Kehren ließen sich flott abspulen. Souverän zeigte sich auch die Straßenlage auf der Autobahn.
Die Testverbrauchswerte begannen bei  5,5 Liter pro 100 Kilometer, im Mittel fielen zirka 6,6 an (angegebener Kombiverbrauch um die 5,0 Liter). Der Verbrauch ging für uns allemal  in Ordnung. 
Fazit: Der DS 5 hat Chic und zieht Blicke auf sich. Der Kandidat war nicht nur flott, sondern auch ganz leise und hatte eine wertige Innenausstattung. C’ est bon, gut!  (presseweller)

*Länge x Breite: ca. 4,53 x 1,87 m
*Kofferraum: 468 - 1288 l
*Motor: 163 PS (120 kW), Diesel mit Partikelfilter
*0-100 km/h: 8,8 Sek.
*Spitze: 215 km/h
Testverbrauch: ca. 6,6 l/100 km

*Werksangaben

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